1709
Bau der Dorfkirche in der damals noch selbständigen Gemeinde Kleinhüningen.
1777
Eine erste Orgel war bereits 1777 vollständig erneuert worden.
1814
Auf dem Rückzug vom Russlandfeldzug haben Napoleonische Truppen das Gebiet um die
Kirche mit Kanonen beschossen. Einige Kugeln trafen die Kirche und zerstörten die Orgel
vollständig. Bei der Kirchenrenovation wurden ein paar Kanonenkugeln als Andenken in
die Aussenwand eingemauert, wo sie heute noch zu sehen sind.
1819*
Bau einer neuen Orgel durch Orgelbauer Gottlieb Immler, Basel, mit Einweihung am
3. Januar. Das am Spieltisch angebrachte Firmenschild von Alb. Turnherr, Basel, ohne
Jahresabgabe, bezieht sich vermutlich auf einen späteren Umbau.
1827*
Revision/Stimmung durch Orgelbau Weigle, Basel.
1849*
Revision und Ersatz eines Flötenregisters durch Orgelbau Weigle, Basel.
1861*
Umbauten durch Orgelbauer Voit & Söhne, Durlach (D).
1902
Bau einer neuen Orgel ins alte Gehäuse durch Orgelbauer Jakob Zimmermann, Basel,
mit 9 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Nach weniger als zwei Monaten Bauzeit
erfolgte bereits die Abnahme der Orgel, was darauf hindeutet, dass es sich um eine
bestehende Occasionsorgel unbekannter Herkunft handelte.
1908
Eingemeindung der politischen Gemeinde und damit auch der Kirchgemeinde nach Basel.
1920
Um diese Zeit könnte im alten Gehäuse eine neue Orgel gebaut worden sein. Auf alle
Fälle haben verschiedene Orgelbauer an diesem Instrument herumgewerkelt, was der
handwerklichen Qualität nicht eben guttat. Es wurde im Laufe der Zeit ein neuer Spieltisch
eingebaut, und die Orgel wurde um ein Schwellwerk erweitert. Dazu wurde das alte
Gehäuse einfach abgesägt und dahinter ein unpassender, weiss gestrichener Schwell-
kasten angefügt.
In den folgenden Jahrzehnten wurden unterschiedliche Reparaturen durch verschiedene
Orgelbauer ausgeführt. Zuletzt hat Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, das Instrument so weit
am Leben erhalten, dass es noch spielbar war.
2010
Im Rahmen einer Renovation der unter Bundesschutz stehenden Kirche wurde auch der
Ersatz der bestehenden Orgel beschlossen. Dabei sollte von der alten Substanz so viel
Material wie möglich weiterverwendet werden.
2013
Aufbau der >neuen Orgel durch Orgelbauer Michael Klahre, Basel, mit 14 klingenden
Registern auf 2 Manualen und Pedal. Von der alten Orgel wurden der Prospekt, Teile des
Gehäuses und wenig Pfeifenmaterial wiederverwendet.
*)
Beim Abbau der Orgel hat Orgelbauer Klahre verschiedene alte Inschriften entdeckt,
welche Wissenslücken zum ursprünglichen Orgelbauer und zum weiteren zeitlichen Ablauf
füllten.
Erwähnenswert ist, dass der Psychiater und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung (1875-1961) in
seinen Jugendjahren auf dieser Orgel spielte, da sein Vater an dieser Kirche Pfarrer war.
Dorfkirche Kleinhüningen, Orgel 1902
Basel BS
____________________________________
Typ:
Traktur:
pneumatisch
Registratur:
pneumatisch
Windladen:
Kegelladen
Baujahr:
1902
Orgelbauer:
Jakob Zimmermann, Basel
Manuale:
2
+ Pedal
Register:
15
+ 1
Auszug
+ 1
Transmission
Manual I, C - g''', Hauptwerk
Bourdon
16 '
Prinzipal
8 '
Bourdon
8 '
Dolce
8 '
Viola
8 '
Oktave
4 '
Manual II, C - g''', Schwellwerk
Salicional
8 '
Rohrflöte
8 '
Voix céleste (ab c°)
8 '
Prinzipal
4 '
Traversflöte
4 '
Gemshorn
4 '
Nazard II
2 2/3 '
Flautino
2 '
Quinte (Auszug)
1 1/3 '
Pedal, C - f'
Subbass
16 '
Echobass (Transmission)
16 '
Koppeln, Spielhilfen:
-
Normalkoppeln II - I, II - P, I - P
-
Superoktavkoppel II - I
-
Suboktavkoppel II - I
-
1 freie Kombination
-
1 feste Kombination (TT)
-
Registercrescendo
Stand: März 2009, vor Abbau
Bilder: Peter Fasler, Basel